Thursday, 29. october 2009
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Im Moment - in diesem Augenblick des Jetzt, der weder Vergangenheit noch Zukunft enthält - stecke ich voller Leidenschaft. Ich schreibe diesen Text - leidenschaftlich. Es ist mir ein
Bedürfnis, meine Gedanken und Gefühle der Welt mitzuteilen.
Wie oft gehen wir in den Tag, ohne irgendeine Leidenschaft zu fühlen - wir sehen in manchen Sachen keinen Sinn oder suchen nach Sinn. Ein Berur, der uns nicht ausfüllt. Wo wir nur arbeiten gehen,
um Geld zu verdienen. Ist Geld verdienen eine Leidenschaft? Oder wäre es nicht eine Leidenschaft, einfach arbeiten zu gehen oder etwas zu tun, weil wir unbändige Freude dabei empfinden? Weil es uns
ausfüllt, diese Tätigkeit.
Wenn dieses nicht da ist - schleppen wir uns schon früh morgens aus dem Bett - aus der selbstauferlegten Verpflichtung heraus, arbeiten gehen zu müssen, weil wir unseren Lebensunterhalt verdienen
müssen. Und dann schleppen wir uns müde und leidenschaftslos zum Frühstück, zur Bahn oder zum Auto. Fahren müde und angestrengt zur Arbeitsstelle. Es nimmt uns übel mit - diese Arbeitsstelle, die
Vorgesetzten, manche Kollegen, die Tätigkeit an sich. Vielleicht sogar am Fließband stehen, das jegliche Leidenschaft und Freude erstickt. Also gehen wir völlig leidenschaftslos und müde,
frustriert zur Arbeit. Mit der selbst auferlegten Verpflichtung : Aber ich muss doch ... Ich muss Geld verdienen ... in den heutigen Zeiten kann man es sich nicht aussuchen, was man arbeitet. Ich
würde ja vieeeeeeeeeel lieber .......... Und abends kommen wir müde nach Hause - geschafft, gestresst - wollen nur noch ins Bett - um dann am nächsten Tag dasselbe zu erleben....
Die Frage ist: Wie können wir unsere Leidenschaft wieder erwecken. Wie können wir uns aus dem Trott und Frust befreien.
Bei mir fand das statt, an einem trüben Tag, trüb wie jeder Tag - damals. Ich stand an meinem Abwaschtisch und der Abwasch türmte sich mal wieder. Nebenbei: Ich besitze keinen Geschirrspüler. Aber
genausowenig gern wie den Abwasch machte ich auch alles andere ungern. Fensterputzen - ein Greuel. In jeder Ecke Dreck. Man sieht es erst recht, wenn man so richtig schön frustriert und
leidenschaftslos ist. Dann verstärkt sich das Gefühl und man sieht einfach alles nur noch frustriert. Und denkt, wie wäre es doch, wenn ich eine Putzfrau hätte. Dann wäre das alles für mich
erledigt. Was dann aber folgt, wenn ich eine Putzfrau habe, dann leite ich meinen Frust auf andere Sachen, die da sind. Also nützt es mir gar nix, alles zu verschieben. Und zu träumen und zu
wünschen.
Also der Tag war da. Und ich war dermaßen angewidert von diesem Berg Abwasch, dass ich wütend (auf mich selbst und den Abwasch und auf die ganze Welt) den Abwasch äußerst aggressiv erledigte. Die
Tassen, Teller und Bestecks regelrecht in den Korb wart. Mir war es herzlich egal, ob das eine oder andere davon kaputt geht. Dann fühlte ich mich erleichtert. Ich setzte mich hin und mir war klar,
dass das keine Lösung sein konnte. Und endlich ging es mir auf. Ich brauche keine Putzfrau (heimlich wünsche ich sie mir doch öfter mal ;-) ) - ich brauche keinen wunderschönen Tag und die
trüben beiseite schieben. Nein - ich brauche LEIDENSCHAFT. FREUDE. Und auch Liebe zu mir selbst. Mich dafür lieben, dass ich auch mal frustriert bin. Und - ES EINFACH GESCHEHEN LASSEN. ANNEHMEN.
AKZEPTIEREN ... und dann FREUDE bei Allem zu empfinden. LEIDENSCHAFT.
Also - bei mir fand das nun wieder am Abwaschtisch statt. Wiedereinmal frustriert. Null Bock. Angewidert. Und dann erinnerte ich mich daran. Es genügte, einfach nur eine Tasse in die Hand zu
nehmen, sie sorgsam und fühlend zu betrachten, sie zu liebkosen mit meinen Gedanken .......... sie ist ja auch nur Bewusstsein. Und ich wusch sie voll Zärtlichkeit ab. Und tat es mit allen anderen
Gegenständen auch. Und mit den anderen Tätigkeiten, die am Tag nun mal anfallen. Ich umarmte alle diese Dinge mit meiner Liebe und mit meiner Leidenschaft. In Bewunderung für die Schönheit dieser
Dinge - und wenn es nur ein Dreckfussel war.
Mein Blick änderte sich. Mein Gefühl. Der Frust war weg. Voller Freude tat ich die Dinge, die nun mal getan werden müssen. Aber man kann auch sagen: Na und - dann bleibt das Zeug eben mal heute
stehen. Ich widme mich lieber einem schönen Buch, dem Fernsehen - was auch immer.
Da tut sich doch die Frage auf: Warum begibt man sich in diesen Frust? Geld verdienen. Andere sollen zufrieden mit mir sein. Wenn ich schon nicht arbeiten gehe - da müsste doch mein Haushalt
strahlen. Mal abgesehen davon, dass er bei mir NICHT strahlt. Also nicht klinisch sauber, wie man uns einzureden versuchte - vor nicht allzulanger Zeit mit einer bestimmten Werbung. Also warum?
Bei mir war es auch Geld verdienen. Man muss für die Familie sorgen. Man muss anderen gefallen. Man muss andere ernähren, bekochen. Das Essen muss abends auf dem Tisch stehen, wenn die anderen von
der Arbeit kommen. Und man hat bei alldem auch noch ein schlechtes Gewissen, dass man vielleicht doch nicht genug getan hat, es nicht gut genug ist. Das über einen gesagt wird, naja - sie hat ja
den ganzen Tag Zeit, was zu tun. Und sie hat ja nix anderes zu tun ........ Man tut eben alles für andere. Ich nehme mich davon auch nicht aus. Es ist bei mir teilweise auch immernoch so. Aber - es
gibt den Unterschied.
ICH TU ES GERN. Weil ich meine Leidenschaft dabei entdeckt habe. Nicht für andere - für MICH. Wenn ich in allem Freude sehe, ich es eben nicht tue wegen der Anderen, sondern, weil es mir ein
Bedürfnis ist. Für mich. Dann kann ich in allem Leidenschaft entdecken. Auch in Fließbandarbeit **gg.
Also es geht nicht darum, die Bedürfnisse anderer zu befriedigen, sondern meine Eigenen. Wer sagt denn, dass ich irgendetwas tun muss, damit ANDERE ZUFRIEDEN SIND UND MICH LIEBHABEN. DAS muss ich
für mich selbst tun. Mich LIEB HABEN. Die anderen DÜRFEN mich lieb haben, aber nicht, weil ich alles für sie tue.
Eine meiner Leidenschaften ist das Malen. Ähm. Immernoch erwische ich mich dabei, dass ich eigentlich doch für andere male. ANERKENNUNG zu bekommen. Was mich dann efüllt - aber wie schlimm, wenn
sie ausbleibt ......... Nee - da bin ich dabei, nicht mehr abhängig zu sein, von der Meinung anderer. Es ist das Gleiche wie beim Abwaschen, Essen kochen und arbeiten. Es läuft auf dasselbe hinaus.
Und ich bleibe dran, immer mehr meine Leidenschaft zu entdecken - für mich selbst - in allem, was ich tue.
Ich atme sie ein die Leidenschaft - Immer wieder. Ich erlaube der Leidenschaft in mein Leben einzufließen. In jeden Aspekt meines Lebens, in jede Erfahrung, in jedes Gefühl, in jedes Tun.
Alles Liebe